Das Weißblech-Recycling in Deutschland erreicht 2024 einen neuen Spitzenwert – und bestätigt damit eine seit Jahrzehnten währende Erfolgsgeschichte.
Weißblechverpackungen aus privatem Endverbrauch wurden zu 94,3 % recycelt, die Gesamtquote erreichte 92,5 %. Diese Zahlen veröffentlichte jüngst die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (gvm) in ihrer aktuellen Recycling-Bilanz. Bereits seit 2006 liegt die Quote stabil um 90 % – ein im internationalen Vergleich außergewöhnlich hohes Niveau.
Der Anstieg um 1,5 Prozentpunkte im privaten Segment gegenüber dem Vorjahr zeigt zudem eine wachsende Sensibilisierung für die korrekte Entsorgung im Gelben Sack. Aufklärungskampagnen wie „weißblech-kommt-weiter.de“ flankieren die Aktivitäten der Dualen Systeme. Ergänzend sichern etablierte Rückführungssysteme die hochwertige stoffliche Verwertung. Damit bleibt Weißblech – auch im Vergleich zu Kunststoffen (51,1 % in 2022) oder Aluminium (63,6 % in 2022) – technologisch führend in der Kreislaufwirtschaft.
Auch im Vergleich zu anderen Verpackungen schneidet Weißblech hervorragend ab. Eine Übersicht des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus dem Jahr 2023 (aktuellere Gesamtwerte liegen noch nicht vor) zeigt dies eindrücklich:
Verpackungsverbrauch und Recyclingmengen 2020–2023
(Angaben in Kilotonnen, Recyclingquote in %)
Verpackungsmaterial | Kennzahl | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
Glas | Verbrauch | 3.135,2 | 3.086,9 | 2.991,5 | 2.914,0 |
Recyclingmenge | 2.497,3 | 2.479,9 | 2.394,9 | 2.349,3 | |
Recyclingquote (%) | 79,6 | 80,3 | 80,0 | 80,6 | |
Aluminium | Verbrauch | 160,6 | 162,9 | 166,8 | 176,0 |
Recyclingmenge | 99,8 | 101,6 | 106,0 | 119,6 | |
Recyclingquote (%) | 62,1 | 62,3 | 63,5 | 68,0 | |
Weißblech | Verbrauch | 520,5 | 522,1 | 516,9 | 499,2 |
Recyclingmenge | 446,8 | 441,1 | 438,6 | 426,3 | |
Recyclingquote (%) | 85,8 | 84,5 | 84,9 | 85,4 | |
Feinblech / Stahl | Verbrauch | 307,9 | 281,4 | 307,9 | 281,4 |
Recyclingmenge | 277,1 | 250,8 | 277,1 | 250,8 | |
Recyclingquote (%) | 90,0 | 89,2 | 90,0 | 89,2 | |
Metalle gesamt | Verbrauch | 1.002,1 | 1.018,7 | 991,6 | 956,6 |
Recyclingmenge | 835,8 | 843,2 | 822,0 | 796,8 | |
Recyclingquote (%) | 83,4 | 82,8 | 82,9 | 83,3 | |
Kunststoffe | Verbrauch | 3.302,5 | 3.418,8 | 3.309,1 | 3.124,1 |
Recyclingmenge | 1.524,7 | 1.654,7 | 1.691,3 | 1.632,3 | |
Recyclingquote (%) | 46,2 | 48,4 | 51,1 | 52,2 | |
Papier / Karton | Verbrauch | 8.238,1 | 8.512,1 | 8.265,9 | 7.748,4 |
Recyclingmenge | 6.934,4 | 7.242,6 | 7.093,1 | 6.709,4 | |
Recyclingquote (%) | 84,2 | 85,1 | 85,8 | 86,6 | |
Holz | Verbrauch | 3.066,6 | 3.617,9 | 3.420,9 | 3.141,7 |
Recyclingmenge | 998,5 | 1.143,9 | 1.018,0 | 950,2 | |
Recyclingquote (%) | 32,6 | 31,6 | 29,7 | 30,2 | |
Sonstige Verpackungsstoffe | Verbrauch | 32,3 | 37,6 | 38,0 | 37,7 |
Recyclingmenge | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
Recyclingquote (%) | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
Gesamt | Verbrauch | 18.776,8 | 19.692,0 | 19.017,2 | 17.922,5 |
Recyclingmenge | 12.790,8 | 13.364,4 | 13.019,0 | 12.437,9 | |
Recyclingquote (%) | 68,1 | 67,9 | 68,5 | 69,4 |
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) - Aufkommen und Recyclingquoten von Verpackungen (Link)
Die unterschiedliche Bewertung der Recyclingquoten entsteht vor allem dadurch, dass verschiedene Bezugsgrößen verwendet werden. Während beim Bundesumweltministerium sämtliche Weißblechverpackungen – also aus privatem, gewerblichem und industriellem Bereich – gemeinsam erfasst werden, betrachtet die GVM zum Teil nur Weißblechverpackungen aus dem privaten Endverbrauch, etwa aus dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne, die besonders sortenrein gesammelt werden.
„Weißblech ist eines der führenden Materialien im Bereich der Wiederverwertbarkeit“, betont Clarissa Odewald, CEO der thyssenkrupp Rasselstein GmbH. Tatsächlich ist Stahl nahezu unbegrenzt und ohne Qualitätsverlust recycelbar: Eine Dose, ein Kronenkorken oder ein Drehverschluss kann nach Gebrauch zu Rohstahl eingeschmolzen und etwa zu einer Autokomponente, einem Fahrradteil oder sogar zu Bauteilen für Windkraftanlagen verarbeitet werden. Der Materialkreislauf ist technisch geschlossen.
Neben den ökologischen Aspekten gibt es auch funktionale Trends, die das Konsumentenerlebnis verbessern. Ein Beispiel ist der zunehmende Einsatz von Aufreißdeckeln, die ein einfaches Öffnen von Dosen ermöglichen. Insgesamt befinden sich die Weißblechbranche und die Stahlindustrie in einem Wandel. Muhr & Söhne sowie ihre Lieferanten reagieren auf diese globalen Herausforderungen, indem sie technologische Innovationen vorantreiben, um Materialien nachhaltiger, leichter und effizienter zu gestalten – wie zum Beispiel die mehrfach prämierte Muhr TinKart® , die erste Kartusche aus Weißblech.
